Rollläden dienen heute als Sicht-, Einbruch-, Wärme-, Kälte-,  Blendschutz. Sie werden klassisch im Fertigkasten über dem Fenster innen oder als Vorbauelement außen eingesetzt.

Als Materialien kommen Holz, Kunststoffe, Aluminium als Band (rollverformt) oder massiv (stranggepresst), Stahl oder Edelstahl je nach Einsatzfall in Betracht.

Auch in der Farbauswahl sind nahezu keine Grenzen gesetzt. So  vielfältig die Einsatzmöglichkeiten sind, so vielfältig sind auch die  Bedienelemente. Allein der klassische Rolladengurt wird in Breiten von 14-23 mm angeboten. Die Gurte können darüber hinaus noch randverstärkt oder farbig gewählt werden. Bei den Kurbeln werden meist Knickkurbeln mit Kardangelenk eingesetzt . Motoren können heute  mit und ohne mechanische Endschalter, Hindernisse selbsterkennend, mit  Schalter, Uhren oder Funk sowie Steuerung bis zur  komplexen aber einfach zu beherrschenden Anlage ausgebaut werden. Das Smartphone hat hier bereits längst Einzug gehalten

Rollladen erscheinen auf den ersten Blick als eine simple Anlage, die beidseitig gelagerte Welle dient zum Aufrollen der scharnierartig  verbundenen Profile, diese laufen in seitlichen Schienen. Die  Rollbewegung wird durch Gurt oder Motor beherrscht.

Aber!

  • Temperaturänderung führt nicht nur zur Längenänderung der Profile sondern bei falscher Sonnenschutzstellung auch zu deren bleibenden  Verfromung (Ausbauchen)
  • am Einlauf in die Laufschienen können nicht arretierte Profile hängen bleiben
  • bei entsprechender Breite neigen die Profile zum Durchhängen und schleifen an der oberen Innenkante der Fensteranlagen
  • Verschmutzungen sind am inneren Rollladenpanzer schwer entfernbar
  • Rollladen sind je nach Ausführung und Größe schwer/leicht, laut/leise, groß/klein

Gerade am letztgenannten Wortpaar sei ein häufig vorkommender Beratungsfehler dargestellt

Jahrelang wurden Rollladen nach den Regeln der DIN 18073 sowie 18358 gefertigt und montiert. Seit 1991 gibt es darüber hinaus noch eine Richtlinie zur Prüfung von einbruchhemmende Rollladen.

Seit 2006 ist nun die DIN EN 13659 „Äußere Abschlüsse“ in Kraft getreten, welche in 2015 überarbeitet und vervollständig wurde.

Manchmal werden auch rollverformte Aluminiumprofile von Endkunden bestellt, in der Hoffnung einen einbruchhemmenden Rollladen erstanden zu haben. Dem ist aber nicht so und schon ist die Enttäuschung  vorprogrammiert. Mit bloßem Auge ist für den Laien der Unterschied  zwischen stranggepressten und rollverformten Profilen ohnehin kaum  erkenntlich.

In letzter Zeit werden, auch seitens sogenannter Sachverständiger, immer wieder Widersprüche zur DIN 18073 behauptet, obwohl diese Kraft Einführung der DIN EN 13659 zurückgezogen wurde. Hier fehlt oft das technische Verständnis aber auch das Wissen um die aktuelle Normenlage.

Montagefehler bei Rollladenanlagen, seien diese auf dem Dachflächenfenster montiert oder aber als Garagenabschluss (hier gehört ein Garagentor davor) – die Bandbreite der eingesetzten Anlagen ist auch wegen der möglichen Fertigung als Dreieck oder Trapez, von oben nach unten, links nach rechts oder unten nach oben laufend, schier unerschöpflich.

 

Sachverständigenbüro  Dipl.Ing. Gerd-Joachim Müller  Messeturm 25.Etage 60308 Frankfurt   +49 [0]172 6905226

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